Rente stärken

Trudi Lanzrath, 59, aus Elsdorf (NRW), Verkäuferin im Einzelhandel …

Trudi Lanzrath, 59, aus Elsdorf (NRW), Verkäuferin im Einzelhandel

Trudi Lanzrath, ist seit 45 Jahren Verkäuferin im Einzelhandel und arbeitet zurzeit im Lebensmittelbedarf

  • Erwartete Rente brutto: 1.099,87 Euro

  • Rentenmindernd: Tarifflucht des Arbeitgebers, Teilzeit

„Ich arbeite seit meinem 14. Lebensjahr ununterbrochen im Handel, habe also jetzt schon die 45 Jahre voll, um mit 63 ohne Abschläge in Rente gehen zu gehen. Doch die Rente reicht natürlich nicht, ganz klar. Trotzdem ist sie immer noch höher als bei vielen anderen, weil ich immer gearbeitet habe.

Aus persönlichen Gründen habe ich meine Stunden auf drei Tage die Woche reduziert. Das ist zehn Jahre her und inzwischen kämpfe ich schon sehr lange darum, wieder einen Tag mehr arbeiten zu dürfen. Doch leider ohne Erfolg.

Trudi Lanzrath

Begonnen habe ich mit einer Lehre zur Einzelhandelskauffrau. Ich war dann 18 Jahre bei der Edeka beschäftigt und nun bin ich schon seit 22 Jahren bei der Einzelhandelskette Real. Anfangs habe ich Vollzeit gearbeitet. Dann haben wir einen Betriebsrat gewählt, ich bin Gründungsmitglied und immer noch dabei. Als damalige Teamleiterin bekam ich massiv Druck von meinem Chef. Aus persönlichen Gründen habe ich deshalb meine Stunden auf drei Tage die Woche reduziert. Das ist zehn Jahre her und inzwischen kämpfe ich schon sehr lange darum, wieder einen Tag mehr arbeiten zu dürfen. Doch leider ohne Erfolg. Offensichtlich beschäftigt Real lieber Werkverträgler für die Arbeit, die ich machen könnte.

Um fürs Alter vorzusorgen, bleiben einer Angestellten im Handel kaum finanzielle Möglichkeiten. Wenn dann auch noch der Arbeitgeber aus der Tarifbindung austritt, ist es fast unmöglich. Mit 60 Prozent weniger Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld ist nicht mehr an eine private Altersvorsorge zu denken. Die so entstandene finanzielle Lücke ist kaum zu schließen. Ob ich es mir leisten kann, mit 63 in Rente zu gehen, ist fraglich. Bis dahin, werde ich ununterbrochen 49 Jahre gearbeitet haben. Berufsanfängern empfehle ich, sich sofort zu organisieren und in die Gewerkschaft einzutreten. Nur mit einer starken Organisation können wir etwas bewegen.“

Trudi Lanzrath

Trudi Lanzrath
Foto/Grafik: Valéry Kloubert