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Zu Recht? INSM-Studie warnt vor höherer Belastung von Pivathaushalten

Neue INSM-Studie warnt vor höherer Belastung von Pivathaushalten. Zu Recht?

Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall hat über seine Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) eine Studie zur Beitragsbelastung der Sozialversicherung veröffentlicht. Die zentrale Arbeitgeberbotschaft lautet: Höhere Leistungen der Sozialversicherungen belasten die privaten Haushalte. Denn höhere Beiträge bedeuten weniger Netto vom Brutto.      

Unbestritten ist, dass eine armutsfeste und lebensstandardsichernde Rente in Zeiten des demographischen Wandels höhere Beiträge erfordert. Was die Arbeitgeber allerdings verschweigen ist, dass die so genannten Rentenreformen bereits dazu geführt haben, dass die Beiträge der gesetzlichen Rentenversicherung zukünftig steigen werden, obwohl die Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung sinken. Nach Berechnungen des Nahles-Ministeriums wird der gesamte Rentenbeitragssatz (Arbeitnehmer- und Arbeitgeber-Anteil) nach aktueller Gesetzeslage von 18,7 Prozent (2020) auf 25,3 Prozent (2040) steigen. Gleichzeitig sinkt das Rentenniveau von 47,6 Prozent (2020) auf 41,7 Prozent (2040). Das heißt, höhere Beiträge trotz weniger Rente. Das versteht niemand. So wird die gesetzliche Rente kaputt gemacht.

Deswegen ist es besser, das gesetzliche Rentenniveau deutlich anzuheben und dies über steigende Beiträge zu finanzieren. Bei einem Rentenniveau von 50 Prozent müssten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nur einen Prozentpunkt mehr – im Vergleich zur aktuellen Gesetzeslage - für die gesetzliche Rente zahlen. Im Gegenzug bekommen sie eine gesetzliche Rente, die vor Armut schützt und den Lebensstandard sichert. Zudem müssten die Beschäftigen nicht mehr privat vorsorgen und sparen sich so die Beiträge für die Riesterrente.

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