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Lücke wird kleiner, weil die Renten sinken

Gender Pension Gap: Frauen haben niedrigere Rente

Mit dem Gender Pay Gap bezeichnet man die durchschnittliche Einkommens-Lücke zwischen Männern und Frauen, die in Deutschland immer noch bei rund 21 Prozent liegt. Eine Lücke besteht auch bei den Renten, der sogenannte Gender Pension Gap. Die geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Höhe der Renten lagen im Jahr 2014 bei 42 Prozent in Westdeutschland und 23 Prozent in Ostdeutschland laut dem jüngsten Wochenbericht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin. Anders ausgedrückt heißt das, eine Rentnerin in Westdeutschland hat im Durchschnitt 576 Euro, ein Rentner 994 Euro pro Monat erhalten. In Ostdeutschland waren es 818 Euro für eine Rentnerin, 1.057 Euro für einen Rentner.  

Für die Untersuchung des Gender Pension Gap hat das DIW vier unterschiedliche Gruppen von Geburtsjahrgängen bestimmt und eine zukünftige Entwicklung simuliert. Demnach wird der Gender Pension Gap für die jüngste Untersuchungsgruppe – verglichen mit der ältesten – zwar um etwa 15 Prozentpunkte sinken, aber dies wird keineswegs mit höheren Rentenzahlungen korrespondieren. Im Gegenteil: Die Renten der Männer werden sinken.

Anreize für Frauen schaffen

Es gibt dem DIW nach mehrere Gründe für die geschlechtsspezifische Rentenlücke: die bestehende Lohnlücke zwischen Männern und Frauen, das niedrigere Bildungsniveau von Frauen in der Gruppe der älteren Geburtenjahrgänge, die niedrigere Erwerbsquote, geringere Arbeitszeiten, familienbedingte Erwerbsunterbrechungen von Frauen sowie Jobs in schlechter bezahlten Branchen. Um die Erwerbsbeteiligung von Frauen zu erhöhen und den Gender Pension Gap zu verkleinern, wäre es das Beste, „Anreize für Frauen zu schaffen, um in Vollzeit arbeiten zu können und damit die Vollzeitquoten den Männern anzugleichen“, sagt Christian Westermeier, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am DIW Berlin und beteiligt an der Studie. „Die Stellschraube wären hier die Kinderbetreuungseinrichtungen, welche sowohl für Kleinkinder als auch für Schulkinder verbessert werden sollten. Das dürfte ganz klar helfen, um Frauen vermehrt in den Arbeitsmarkt zu bringen. Außerdem ist eine bessere Bezahlung von Frauen zu nennen, da sie weiterhin schlechter bezahlt werden als Männer.“

Die Schlussfolgerung der Untersuchung zielt letztendlich auf die Politik, die sich weiter für eine institutionelle Gleichstellung von Männern und Frauen einsetzen und  das Ziel der Lohngerechtigkeit weiter verfolgen muss.

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