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Renten steigen auch 2017

Rentenplus täuscht über Altersarmut hinweg

Zum 1. Juli 2017 werden in Deutschland erneut die Renten angepasst und erhöht. In den alten Bundesländern um 1,9 Prozent, in den neuen Bundesländern um 3,6 Prozent. Insgesamt 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner werden davon profitieren. „Das ist eine gute Nachricht und bedeutet ein echtes Rentenplus“, sagt Judith Kerschbaumer, Leiterin des Bereichs Sozialpolitik in der ver.di-Bundesverwaltung. Gerade die deutliche Anhebung im Osten führe dazu, dass der aktuelle Rentenwert Ost auf 95,7 Prozent des Westwertes aufholt. „Nun müssen noch die letzten Schritte gegangen werden, um die Angleichung Ost/West zu vollenden“, so Kerschbaumer.

Die Renten in Ost- und Westdeutschland sollen bis zum 1. Januar 2025 vollständig angeglichen werden. Das sieht ein Gesetzentwurf von Arbeitsministerin Andrea Nahles vor, den das Bundeskabinett Mitte Februar verabschiedet hatte. Laut dem Gesetzentwurf soll die Angleichung 2018 beginnen und in sieben Schritten vollzogen werden.

Auch der Präsident vom Sozialverband Deutschland e.V, Adolf Bauer, bewertet den erneuten Anstieg der Renten und die weitere Anpassung positiv. Aber er sieht auch weiteren Handlungsbedarf, „damit die Rentnerinnen und Rentner stärker an der positiven Lohnentwicklung teilhaben. Konkret müssen die Kürzungsfaktoren abgeschafft werden. Und das gilt insbesondere für die Abschläge auf die Erwerbsminderungsrenten. Denn diese Abschläge strafen Menschen, die arbeiten wollen, es aber nicht mehr können.“

„Die gute Anpassung in diesem Jahr darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass, wenn die Politik nicht bald reagiert, viele Menschen von Altersarmut betroffen sein werden.“

Judith Kerschbaumer, Leiterin des Bereichs Sozialpolitik in ver.di

Das ganze System muss verbessert werden

Judith Kerschbaumer von ver.di mahnt zudem: „Die gute Anpassung in diesem Jahr darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass, wenn die Politik nicht bald reagiert, viele Menschen von Altersarmut betroffen sein werden.“ Deshalb müsse das gesamte System verbessert werden. „Das Rentenniveau, die Leistungsfähigkeit der gesetzlichen Rentenversicherung, muss stabilisiert werden. Auch Armutsrisiken, wie lange Zeit der Arbeitslosigkeit, geringe Löhne und Erwerbsminderung, müssen deutlich besser in der Rente abgesichert werden“, fordert Kerschbaumer.

Die Rentenkampagne der Gewerkschaften habe der Politik die Augen geöffnet, nun müssten Verbesserungen gesetzlich geregelt werden. „Ein erster Schritt, den wir weiter gehen, um Menschen vor Altersarmut zu schützen“, so die ver.di-Rentenexpertin.

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