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Höhere Beiträge sichern nächste Generation ab

Sparen zahlt sich bei der Rente nicht aus

Von wegen, die Sozialkosten explodieren. Ganz im Gegenteil zumindest was die Rente betrifft: Der Anteil an der Wirtschaftsleistung, den die gesetzliche Rentenversicherung an Ältere überweist, ist seit der Jahrtausendwende gesunken. Im Jahr 2000 entsprachen die Leistungen der Rentenversicherung noch 10,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), 2015 waren es nur noch 9,3 Prozent. Das zeigt eine Untersuchung des Ökonomen Volker Meinhardt im Auftrag des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK). „Erstaunlich“ ist der Rückgang der Rentenausgaben Meinhardts zufolge „vor allem vor dem Hintergrund, dass die Zahl der Rentenfälle gegenüber dem Jahr 2000 um gut 14 Prozent gestiegen ist“. Kurzum: Immer mehr Menschen beziehen eine Rente, aber von der gesetzlichen Rentenversicherung wird tatsächlich immer weniger ausgezahlt.

Grafik: Entwicklung Nettolöhne und Renten Hans Böckler Stiftung Grafik: Entwicklung Nettolöhne und Renten

Rentnerinnen und Rentner haben real verloren

43 Jahre lang stiegen die Renten im Einklang mit der allgemeinen Lohnentwicklung. Doch das gilt schon länger nicht mehr. Der Grund sind vor allem die Rentenreformen der frühen 2000er-Jahre. „Nicht der Gleichschritt der Renten der gesetzlichen Rentenversicherung mit den Löhnen, sondern die Höhe des Rentenversicherungsbeitrages wurde Zielgröße“, sagt Meinhardt. So stiegen die nominalen Nettolöhne je Arbeitnehmer seit 2000 um 26 Prozent, die durchschnittliche Rente legte jedoch nur halb so viel zu. Da die Verbraucherpreise in diesem Zeitraum um rund 20 Prozent zunahmen, haben Rentnerinnen und Rentner real verloren. Hinzu kommt, dass die steuerliche Belastung der Renten in den Zahlen noch nicht berücksichtigt ist.

Zudem habe sich die private Altersvorsorge per Riester-Vertrag, die die gesetzliche Rente flankieren soll, bislang als ungeeignet erwiesen, die entstandene Einkommenslücke zu schließen, sagt der Ökonom. Dazu wären eine flächendeckende Verbreitung und vergleichsweise hohe Renditen nötig. Von beidem könne jedoch nicht die Rede sein.

Meinhardt sagt deshalb, eine angemessene Alterssicherung sei nur noch zu gewährleisten, wenn die Auszahlungen der gesetzlichen Rentenversicherung wieder steigen. Das ergebe sich schon aus demografischen Faktoren. Hohe Erwerbsquoten und niedrige Arbeitslosigkeit können die Finanzierung der Alterseinkommen trotz aller Verschiebungen in der Altersstruktur erheblich erleichtern.

Umsteuern jetzt

Wenn jetzt nichts unternommen würde, so Meinhardt, wird das Rentenniveau stärker, geradezu dramatisch absinken. Angesichts der Fakten könne und müsse sich die Gesellschaft auf eine „stärkere Beanspruchung des Bruttoinlandsprodukts durch Ältere“ einstellen – unabhängig davon, ob die nötigen Ausgaben für Senioren per sogenanntem Umlageverfahren oder Kapitaldeckung finanziert werden. Nicht vergessen sollte man dabei, dass die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung heute niedriger seien als im Jahr 2000 und wieder auf dem Mitte der 1980er-Jahre üblichen Niveau lägen. Höhere Beiträge würden auch eine bessere Absicherung der nächsten Generation gewährleisten.

Volker Meinhardt: Entwicklung der Rentenausgaben in Deutschland, IMK Study Nr. 53, Januar 2017

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